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Gründung der Schweizer Plattform gegen Menschenhandel

Ausgangslage

Die Beratungsstellen für Betroffene von Menschenhandel stellen fest, dass trotz grosser Fortschritte in der Bekämpfung des Menschenhandels in der Schweiz, die betroffenen Personen immer noch zu wenig Zugang zu ihren Rechten haben und nicht die Unterstützung und den Opferschutz erhalten, der ihnen zusteht. Die Opferrechte werden nur teilweise durchgesetzt, obwohl die Schweiz mit der Unterzeichnung der europäischen Konvention gegen Menschenhandel deren Durchsetzung verpflichtet hat. Dies wurde auch von dem Kontrollmechansismus der Konvention die Expertengruppe GRETA kritisiert.

Es ist davon auszugehen, dass die aktuelle Zahl identifizierter Opfer von Menschenhandel in der Schweiz ist nur die Spitze des Eisbergs ist: Nur ein kleiner Bruchteil der Opfer wird identifiziert, und davon erhält wieder ein Bruchteil ihren Bedürfnissen entsprechenden Schutz und Unterstützung. Es ist Glück oder Zufall, ob eine Betroffene ihre Opferrechte in Anspruch nehmen kann, oder nicht.

Gründe dafür sind die mangelnde Sensibilisierung der Behörden und der breiten Bevölkerung, sowie fehlende finanzielle Ressourcen, Opfer umfassend zu unterstützen und Menschenhandel effektiv zu bekämpfen. Weiter erschweren aktuell diverse Lücken im Opferschutz eine opferzentrierte und menschenrechtsbasierte Bekämpfung des Menschenhandels, z.B. dem fehlenden Zugang zu Schutz und Recht für Opfer im Asylverfahren, fehlender Opferschutz für Betroffene, welche im Ausland ausgebeutet wurde. Zudem ist Anzahl an Verurteilungen wegen Menschenhandels im Vergleich zur Anzahl Betroffener erschreckend tief, was darauf hinweist, dass eine effektive Strafverfolgung und angemessene Strafmasse noch lange nicht erreicht sind.

Netzwerk

Aus diesen Gründen haben die vier NGOs Astrée, FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, Antenna MayDay Ticino, ASTRÉE und CSP Genève beschlossen, eine Plattform zu gründen, um eine kontinuierliche Zusammenarbeit und einen vertieften Austausch zu gewährleisten und somit eine stärkere Stimme für die Rechte von Betroffenen von Menschenhandel zu werden. Alle vier NGOs sind auf den Schutz von Betroffenen von Menschenhandel spezialisiert und verfolgen einen menschenrechtsbasierten Ansatz in ihrer Arbeit.

Mittels dem Austausch von Informationen und Erfahrungen werden Mitgliedsorganisationen die Probleme und Lücken im Opferschutz identifizieren. Dank dieser Zusammenarbeit soll die Stimme der Organisationen gestärkt werden, die einen opferzentrierten und menschenrechtsorientierten Ansatz in Bezug auf den Menschenhandel verfolgen. Die gemeinsame politische Arbeit konzentriert sich auf den Abbau von Lücken im Opferschutz. Darüber hinaus soll die Plattform Behörden, Experten und die breite Öffentlichkeit für die Rechte der Opfer von Menschenhandel und ihre Situation sensibilisieren.

Ziele der Plattform

Die Schweizer Plattform gegen Menschenhandel wird im Herbst 2020 offiziell gegründet und stellt folgende Forderungen an die Schweizer Politik

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